Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

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schnuppi
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von schnuppi » So 8. Dez 2019, 19:36

Mein Orientierungssinn ist eher schlecht. Erst, als ich mir vor ca 7 Jahren ein Navi (so ein Modell zum wandern) gekauft habe, habe ich mich getraut, allein in mir unbekannten Gegenden herum zu laufen. Hatte es vorher auch mit (Stadt-) Karten versucht, war aber immer sehr unsicher und ängstlich dabei und habe mich oft verlaufen. Seit ich ein Navi bzw. nun auch Smartphone habe, muss ich diese Angst nicht mehr haben und kann mich gut zurecht finden. Dadurch habe ich das Wandern und Geocachen für mich entdeckt, interessiere mich für neue Orte und bewege mich insgesamt viel mehr als vorher. :-)
Ob das nun mit meinem ADS zu tun hat... keine Ahnung, glaube es eigentlich nicht.
Hibbelanna
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Hibbelanna » So 8. Dez 2019, 13:20

Overthesky hat geschrieben:
So 8. Dez 2019, 13:13
@ Hibbelanna: für dich noch kurz, wie und unter welchen Umständen ADHS Krankheitswert entwickelt oder als Krankheit betrachtet werden kann:
Dankeschön, aber eigentlich hatte ich danach nicht gefragt.
Overthesky
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » So 8. Dez 2019, 13:13

@ Hibbelanna: für dich noch kurz, wie und unter welchen Umständen ADHS Krankheitswert entwickelt oder als Krankheit betrachtet werden kann:

Krankheitswert von ADHS ist abhängig von Schweregrad, Sozialisation und primär vorhandenen Komorbiditäten
...ich z.B. habe als primär vorhandene Komorbidität ein leichtgradiges Tourette-Syndrom, Kurt Cobain hatte als primär vorhandene Komorbidität Bipolare Störung, Michael Phelps hat eine sympathische, fürsorgliche Traumfrau, 2 Kinder und keinerlei materielle Sorgen und ist dennoch bei gleichzeitiger Diagnose ADHS einfach ohne objektiven äußeren Grund depressiv, er hat eine endogene Depression, die vom Gehirn ausgeht als primär vorhandene Komorbidität zu ADHS, eine Freundin hat zusätzlich zu ADHS die Diagnose Schizoaffektive Störung als primär vorhandene Komorbidität, Legasthenie, Epilepsie usw treten ebenfalls sehr oft komorbid mit ADHS auf... die genetische Überlappung der verschiedenen Hirnentwicklungsstörungen ist dokumentiert, ADHS ist dabei die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile von ADHS und zieht quasi die anderen Hirnentwicklungsstörungen evolutionär betrachtet ein Stück weit mit... zusätzlich zu den primär vorhandenen Komorbiditäten von ADHS die sekundär vorhandenen Komorbiditäten von ADHS als Folgeerkrankungen von ADHS bei ungünstiger Sozialisation oder ungünstigen Umweltbedingungen, so etwa Borderline (auch wieder um die 50% der Borderline-Patienten hat zusätzlich oder primär ADHS ), Burnout oder Erschöpfungsdepression, Suchterkrankungen von Alkoholismus bis Spielsucht bis Sex-Sucht (Stichwort Tiger Woods) quasi alles denkbar, die komplette Antifa gehört im Grunde durchgescreened auf ADHS, zuguterletzt noch der Hinweis, dass ADHS nicht alles oder nichts ist, es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle, Boris Johnson aber auch Sarkozy kann man quasi auch dem ADHS-Spektrum zurechnen, in beiden Fällen jeweils ohne dass man in diesen Fällen von ADHS als Krankheit sprechen kann, die ADHS-Persönlichkeit oder subklinisches "ADHS" jeweils... die evolutionären Vorteile von ADHS sieht man auch recht anschaulich an der immer länger werdenden Liste mit Prominenten, die mit Diagnose ADHS geoutet wurden https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_ ... n_mit_ADHS , ein Teil in der Liste ist mit unseriösen Quellenangaben, die Mehrheit jedoch mit seriöser Quellenangabe...

...In Wahrheit sind es nicht nur 2 Millionen Erwachsene, die von ADHS oder dem ADHS-Spektrum betroffen sind, sondern bei knapp 10% der Gesamtbevölkerung ungefähr 7 Millionen Erwachsene. Das heißt nicht, dass jeder davon behandlungsbedürftig ist, erst recht nicht zu jedem Zeitpunkt in der Lebensspanne, aber der Blick auf ADHS oder ADHS-Spektrum sollte ganzheitlich sein und nicht nur reduktionistisch den Krankheitswert von ADHS betrachtend ( ADHS kann, aber muss nicht mit Krankheitswert einher gehen)...

...auch nur mit 10% und nicht mit 4% der Erwachsenen erklären sich auch die in der Ärzteschaft "berüchtigten" 59% ADHS in der Psychiatrie laut Studie https://www.thieme-connect.com/products ... 043-119987

Ich verweise auch noch darauf, dass man von fachlicher Seite Intuition und Gefühl von Betroffenen nicht pauschal als bloße Spinnerei abtun sollte, von ADHS Betroffene erkennen sich untereinander so wie in China ein Deutscher einen anderen Deutschen erkennt, am Habitus und an der Persönlichkeit und man wird als ADHS-Betroffener, zumal mit geschulter Wahrnehmung dafür, jeden Tag Personen mit ADHS auf der Straße begegnen, bei denen man in der sozialen Interaktion früher oder später Wesensverwandtschaft wahrnehmen wird... ADHS-Betroffene bleiben übrigens tendenziell unter sich sozial und auch romantisch bzw. amorös: Gleich zu gleich gesellt sich gern und je ausgeprägter das ADHS, desto selektiver der soziale Umgang, desto schwieriger ist es, tatsächliche Freundschaften (tatsächliche Freunde und nicht bloß Kumpels) oder auch Partnerschaften / Beziehungen mit Nicht-Betroffenen einzugehen... das gilt nicht absolut, aber in der Tendenz... neulich übrigens das Outing von Mel B von den Spice Girls in The Sun, die Liste der Outings mit ADHS wird länger und länger: https://www.thesun.co.uk/tvandshowbiz/9 ... diagnosis/

plus: auch interessant Leonardo da Vinci und ADHS https://academic.oup.com/brain/article/ ... 42/5492606
https://www.wissenschaft.de/gesellschaf ... inci-adhs/
Overthesky
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » So 8. Dez 2019, 11:22

Hibbelanna hat geschrieben:
Sa 7. Dez 2019, 23:54
Und um wieviel genau liegen diese ADHSler mit dem überdurchschnittlichen Orientierungssinn über dem Durchschnitt?
Und bei wem wurde das wie gemessen?
Ist das tatsächlich so signifikant, dass das der Rede wert ist? Und warum thematisierst Du das hier?
plus: ADHS ist eben längst nicht nur negativ, siehe das:

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html

die evolutionären Vorteile von ADHS sind auch der Grund weshalb ADHS so häufig ist...
Overthesky
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » So 8. Dez 2019, 11:18

Hibbelanna hat geschrieben:
Sa 7. Dez 2019, 23:54
Und um wieviel genau liegen diese ADHSler mit dem überdurchschnittlichen Orientierungssinn über dem Durchschnitt?
Und bei wem wurde das wie gemessen?
Ist das tatsächlich so signifikant, dass das der Rede wert ist? Und warum thematisierst Du das hier?
google es doch einfach mal...

...dasselbe Thema wurde schon auf adhs-anderswelt thematisiert und derselbe Thread dort wurde nicht von mir, sondern von jemand anderem eröffnet... ich thematisiere das schlichtweg deshalb, weil es eine relevante Erfahrung und Beobachtung bei vielen ADHS-Betroffenen ist... abseits davon gibt es natürlich auch viele ADHS-Kranke mit Krankheitswert, die immerzu sagen: ich kann das nicht, weil ich hab ADHS.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Hibbelanna » Sa 7. Dez 2019, 23:54

Und um wieviel genau liegen diese ADHSler mit dem überdurchschnittlichen Orientierungssinn über dem Durchschnitt?
Und bei wem wurde das wie gemessen?
Ist das tatsächlich so signifikant, dass das der Rede wert ist? Und warum thematisierst Du das hier?
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » Sa 7. Dez 2019, 17:39

Hibbelanna hat geschrieben:
Sa 7. Dez 2019, 16:02
Verstehe ich das richtig: Entweder man hat einen guten Orientierungssinn oder man verzwergt sich selbst bzw. ist erlernt hilflos?
nein, du verstehst das nicht richtig... ungefähr 30% bis 40% der ADHSler hat einen durschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen Orientierungssinn... von den restlichen 60% bis 70% sind es nochmals ungefähr ein Drittel von diesen, die objektiv vielleicht sogar einen überdurchschnittlichen Orientierungssinn haben, aber sich dessen aufgrund von Komorbiditäten und Folgeerkrankungen wie Depression, Persönlichkeitsstörungen, erlernter Hilflosigkeit nicht bewusst sind... so war es gemeint.

somit sind es ungefähr 50% der ADHSler insgesamt, die bewusst einen überdurschnittlich guten Orientierungssinn angeben.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Andromache » Sa 7. Dez 2019, 17:17

Meiner Meinung ist das nicht unbedingt ein ADHS-Thema. Orientierung hat zum einen mit Wahrnehmung zu tun, aber mit dem Interesse, sich auf seine Umgebung einzulassen.

Wenn ich heute in den Städten die Menschen beobachte, gruselt es mich manchmal. Die meisten tragen Kopfhörer und/oder sind mit ihrem Smartphone beschäftigt. Aber auch unabhängig davon, gibt es viele Menschen, die ihre Umwelt gar nicht mehr wahrnehmen. Da fehlt es einfach am Willen, sich auch mal ohne Navi im Auto oder Google-Maps am Smartphone zu orientieren. Und dann verkümmert der Orientierungssinn nach und nach...
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Hibbelanna » Sa 7. Dez 2019, 16:02

Verstehe ich das richtig: Entweder man hat einen guten Orientierungssinn oder man verzwergt sich selbst bzw. ist erlernt hilflos?
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » Sa 7. Dez 2019, 14:23

Wie gesagt, eine große Minderheit von ungefähr 30% bis 40% hat diesen guten Orientierungssinn nicht... in sehr vielen dieser Fälle wohl mit neurobiologischer Ursache... auf der anderen Seite: dissoziative Störung bei ADHS: die Seele sucht sich ein Ventil, ein Ventil durch "ich kann das nicht" (wodurch man als Person aus der Verantwortung genommen wird), obwohl man es in sehr vielen Fällen objektiv könnte... Martin Winkler hat mal geschrieben, dass ADHS mit Krankheitswert in den meisten Fällen mit einer dissoziativen Störung einher gehe... gemeint ist damit nicht nur die körperliche Dissoziation, sondern allgemein betrachtet dass sich die Seele ein Ventil sucht... "ich kann das nicht, weil ich habe ADHS." (diesselbe Situation gibt es bei ADHS und Autofahren und bei verschiedensten anderen Situationen im Leben ebenfalls) ist dieses Ventil bzw. diese Entlastung für die Seele... diese, wenn man es negativ formulieren will, Selbstverzwergung findet man ganz häufig bei ADHS mit Krankheitswert.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » Sa 7. Dez 2019, 14:16

Bastelfreak hat geschrieben:
Sa 7. Dez 2019, 06:58
Dass der Orientierungssinn besser sein soll finde ich unlogisch, da bei ADS-Menschen neben dem Reizfilter teils auch die Raum-Lage-Wahrnehmung bzw. das Körper-im-Raum-Schema verzerrt ist und das wirkt sich auch auf die Fähigkeit aus, räumliche und zeitliche Abstände einzuschätzen. Zusätzlich ist oft das Kurzzeitgedächtnis schlechter (zumindest bei uninteressanten Aufgaben), ähnlich wie bei Demenzkranken, weiß man dann nicht mehr, ob man an einer Stelle vorher schon mal war. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ADS meist mit Komorbiditäten auftritt.

Aber diese Defizite kann man aber in jungen Jahren recht gut mit Ergotherapie behandeln. Ich hatte als Kind jahrelang Ergotherapie und denke, dass ich ohne diese einen schlechteren Orientierungssinn hätte.
https://books.google.de/books?id=5I6RUu ... nn&f=false

"...oft verblüfft bereits vor dem 2. Lebensjahr der gute Orientierungssinn..."
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Andromache » Sa 7. Dez 2019, 09:56

Ich denke auch, wie schon von einigen angesprochen, dass bei uns die Intuition einen großen Anteil hat. Bei mir ist die auf jeden Fall sehr stark ausgeprägt und ich kann mich auf sie verlassen.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Bastelfreak » Sa 7. Dez 2019, 06:58

Dass der Orientierungssinn besser sein soll finde ich unlogisch, da bei ADS-Menschen neben dem Reizfilter teils auch die Raum-Lage-Wahrnehmung bzw. das Körper-im-Raum-Schema verzerrt ist und das wirkt sich auch auf die Fähigkeit aus, räumliche und zeitliche Abstände einzuschätzen. Zusätzlich ist oft das Kurzzeitgedächtnis schlechter (zumindest bei uninteressanten Aufgaben), ähnlich wie bei Demenzkranken, weiß man dann nicht mehr, ob man an einer Stelle vorher schon mal war. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ADS meist mit Komorbiditäten auftritt.

Aber diese Defizite kann man aber in jungen Jahren recht gut mit Ergotherapie behandeln. Ich hatte als Kind jahrelang Ergotherapie und denke, dass ich ohne diese einen schlechteren Orientierungssinn hätte.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Bastelfreak » Sa 7. Dez 2019, 06:29

Ähm, ich meinte natürlich "...Raum und Zeit ähnlich verarbeitet werden...". ;)
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » Fr 6. Dez 2019, 23:05

Bastelfreak hat geschrieben:
Fr 6. Dez 2019, 22:50
Ich habe keinen besonders guten Orientierungssinn, aber auch keinen ganz schlechten.
Wenn man davon ausgeht, dass Raum und Zeit im Gehirn verarbeitet werden, dann müssten ADSler einen eher schlechteren haben.
Die Scan-Frequenz der Umwelt ist bei ADHS höher... ein überdurchschnittlich guter Orientierungssinn bei der Mehrheit der ADHS-Betroffenen ist gängige Meinung auch in der Fachwelt... eine große Minderheit der ADHS-Betroffenen hat das allerdings nicht (30% bis 40%)... ebenfalls: depressive ADHS-Betroffene, ADHSler mit Komorbiditäten und Folgeerkrankungen wie eben Depression, dissoziative Störungen, erlernte Hilflosigkeit, Borderline, sozialisationsbedingte subjektive mentale Schwäche, mangelndes Selbstvertrauen oder generell Personen mit ADHS, die in ihrer Biographie ständig nur auf den Deckel bekommen haben, mitunter mag ein schlechter Orientierungssinn auch subjektiv statt objektiv sein und bedingt sein durch ein generelles Erleben der Umwelt als überfordernd und krank machend...
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Bastelfreak » Fr 6. Dez 2019, 22:50

Ich habe keinen besonders guten Orientierungssinn, aber auch keinen ganz schlechten.
Wenn man davon ausgeht, dass Raum und Zeit im Gehirn verarbeitet werden, dann müssten ADSler einen eher schlechteren haben.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Anders » Mi 4. Dez 2019, 19:34

Daydreamer hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 17:22
Ob das jetzt aber mit ADHS zusammen hängt weiß ich nicht.
Kommt drauf an.. hatte die Kuh denn ADHS? :lol:

Ich finde mich meistens sehr gut zurecht und komme an, wo ich hin will. Wenn ich einmal irgendwo war, finde ich den Weg auch problemlos wieder.. vermutlich hilft dabei auch, das mir unterwegs allerlei Begebenheiten auffallen, an denen im mich wieder orientieren kann. Dann wäre eine gewisse Reizoffenheit ja mal ein Vorteil ;)
Auf völlig unbekanntem Terrain bringt das natürlich nix, da kommt mir wohl eher mein Improvisationstalent zu Gute.. ein bisschen Intuition, Glück..? keine Ahnung, irgendwie komme ich fast immer ohne große Umwege ans Ziel, räumlich orientieren geht also. Ob das, gemessen an der Normalbevölkerung, jetzt besser oder schlechter ist als der Durchschnitt.. oder ob die Mehrheit der Adhsler sich besonders gut orientieren kann? Gute Frage, mir reicht es auf jeden Fall :) Wenn meine zeitliche Orientierung doch nur genau so gut wäre..
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Andromache » Mi 4. Dez 2019, 18:38

Genau! :D
Ich brauche auch nur zwei oder drei markante Punkte und meine Intuition...Wenn ich mich auf mein Navi verlasse, bin ich verlassen.

Mir wurde in fremden Städten auch schon oft die Frage gestellt, wie ich mich dort fast blind zurecht finde. Mit meiner Antwort "Intuition" kann dann niemand etwas anfangen.
Witzigerweise kann ich auch keine Karten lesen. Sobald ich nach Karte oder Googlemaps laufe bzw. fahre, lande ich ebenso sicher in der falschen Richtung.
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Overthesky » Mi 4. Dez 2019, 18:27

Andromache hat geschrieben:
Mi 4. Dez 2019, 17:32
Interessantes Thema!
Bei mir ist es etwas widersprüchlich. Obwohl mein räumliches Sehen nicht gut funktioniert, finde ich mich in Städten instinktiv sehr gut zurecht. Ich versuche immer ohne Navi klarzukommen und meistens gelingt mir das auch. Habe schon als Jugendliche, damals noch ohne Führerschein und Großstadterfahrung, aufgrund einer Stauumfahrung meine Verwandtschaft ohne Karte und Ortskenntnis durch Frankfurt/Main gelotst. Mir wird von allen, mit denen ich unterwegs bin, immer ein sehr guter Orientierungssinn attestiert.
dito

mir wurde schon einige Male gesagt, dass ich einen sehr guten Orientierungssinn hätte... in Großstädten, die ich nicht kenne, orientiere ich mich anhand von Landmarks wie Kirchtürmen, dem Stand der Sonne und nach "Nase" und Intuition... das klappt sehr gut bei mir... ich scheiße auf Navi beim Autofahren...
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Re: Haben ADHSler allgemein einen sehr guten Orientierungssinn?

Beitrag von Andromache » Mi 4. Dez 2019, 17:32

Interessantes Thema!
Bei mir ist es etwas widersprüchlich. Obwohl mein räumliches Sehen nicht gut funktioniert, finde ich mich in Städten instinktiv sehr gut zurecht. Ich versuche immer ohne Navi klarzukommen und meistens gelingt mir das auch. Habe schon als Jugendliche, damals noch ohne Führerschein und Großstadterfahrung, aufgrund einer Stauumfahrung meine Verwandtschaft ohne Karte und Ortskenntnis durch Frankfurt/Main gelotst. Mir wird von allen, mit denen ich unterwegs bin, immer ein sehr guter Orientierungssinn attestiert.
"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."
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