ADHS und Autofahren

Alles, was AD(H)S spezifisch bei Erwachsenen betrifft, sofern es nicht besser in den medizinischen Bereich passt (z.B. Diagnose). Dieses Forum ist auch für NIchtmitglieder lesbar.

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Overthesky
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Re: ADHS und Autofahren

Beitrag von Overthesky » Fr 6. Dez 2019, 20:32

ich war ein Langsam-Lerner beim Autofahren... es dauerte, aber heute bin ich ein guter Autofahrer.

ich bin übrigens der Meinung, dass prinzipiell jede Person mit ADHS selbst in maximalem Schweregrad zur Absolvierung des PKW-Führerscheins in der Lage ist... wer mit ADHS dazu nicht in der Lage ist, da sind dann in Wahrheit Komorbiditäten und Folgeerkrankungen die wirkliche Ursache... Angststörung, Depression, erlernte Hilflosigkeit, sozialisationsbedingtes mangelndes Selbstvertrauen aber nicht ADHS selbst... ja, ADHS erschwert die Absolvierung vom PKW-Führerschein, aber ADHS allein tut das mitnichten in dem Ausmaß, dass es ingesamt nicht möglich wäre, den Führerschein Klasse B zu erlangen und Auto zu fahren...
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Andromache
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Re: ADHS und Autofahren

Beitrag von Andromache » Mi 4. Dez 2019, 21:44

Ich liebe Autofahren, nur unsere Straßenverhältnisse nicht!
Scheinbar bin ich auch beim Fahren hyperfokussiert und ich kann beim Fahren trotzdem sehr gut entspannen, es sei denn, es sind zu viele Sonntagsfahrer unterwegs, die meinen, dass die rechte Spur die LKW-Spur sei und daher von PKW-Fahrern nicht benutzt werden dürfe...

Seit ich Elvanse nehme, habe ich das Gefühl, noch leichter zu fahren und nicht mehr ganz so risikobewußt. Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll...
"Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit."
Erasmus von Rotterdam
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Nono
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Re: ADHS und Autofahren

Beitrag von Nono » Di 3. Dez 2019, 08:47

Bastelfreak hat geschrieben:
Mo 2. Dez 2019, 07:58
Ich bin ja früher immer gerne Auto gefahren und hatte da auch keine Probleme mit der Konzentration. Bis ich vor 10 Jahren eine Angststörung mit Panikattacken hatte. Mit VT und Ergo (wir sind dort teilweise einfach nur Auto gefahren) habe ich das wieder gut im Griff. Seit Elvanse habe ich auch generell viel weniger Angst (mit MPH war es schlimmer). Autobahnfahrten mache ich immer noch nicht gerne, deshalb fährt bei langen Strecken meine Frau, aber kurze, bekannte Strecken gehen mittlerweile auch wieder über die Autobahn.
Ich hoffe, dass unsere Regierung irgendwann mal so vernünftig wird und ein Tempolimit einführt. Denn im Ausland fahre ich auch gerne auf der Autobahn, da mich dieses gedrängt werden sehr stresst.
Mir ergeht es ähnlich, nur ist mein Alltag noch zu kräftezehrend und ich muss mich noch zu sehr um die Kids kümmern, sodass ich mich trotz Medikation noch nicht in der Lage sehe, wieder Autobahn zu fahren. Da muss ich noch mehr entstressen und dann üben... ja, eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre für mich auch eine enorme Erleichterung.
Bastelfreak
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Re: ADHS und Autofahren

Beitrag von Bastelfreak » Mo 2. Dez 2019, 07:58

Ich bin ja früher immer gerne Auto gefahren und hatte da auch keine Probleme mit der Konzentration. Bis ich vor 10 Jahren eine Angststörung mit Panikattacken hatte. Mit VT und Ergo (wir sind dort teilweise einfach nur Auto gefahren) habe ich das wieder gut im Griff. Seit Elvanse habe ich auch generell viel weniger Angst (mit MPH war es schlimmer). Autobahnfahrten mache ich immer noch nicht gerne, deshalb fährt bei langen Strecken meine Frau, aber kurze, bekannte Strecken gehen mittlerweile auch wieder über die Autobahn.
Ich hoffe, dass unsere Regierung irgendwann mal so vernünftig wird und ein Tempolimit einführt. Denn im Ausland fahre ich auch gerne auf der Autobahn, da mich dieses gedrängt werden sehr stresst.
Falschparker
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Re: ADHS und Autofahren

Beitrag von Falschparker » Mo 2. Dez 2019, 01:12

Ich habe mit 24 den Führerschein gemacht. Mit 18 wollte ich nicht, weil ich schon damals die Massenmotorisierung aus Umweltgründen sehr kritisch sah; auch wenn Greta nicht mal geboren war. Wir waren zwei davon in der Klasse, das Verständnis der Anderen hielt sich in Grenzen. ADHS-ler können sich ja an einer Idee festbeißen und konsequent sein. 8-)

Mein erstes Auto bekam ich dann aber erst mit 38, weil ich es beruflich brauchte, und fahre es immer noch. Allerdings eher selten, es kommen ca. 1.500 km im Jahr zusammen. Ich fahre viel mehr Fahrrad und Zug, und zwar immer noch aus Umweltgründen und weil ich weite Fahrten (über 100 km) sehr stressig finde. Es scheint anderen Leuten keine Probleme zu bereiten, über Stunden die Aufmerksamkeit beim Fahren zu behalten, mir schon. Das letzte Mal 250 km an einem Stück bin ich im Mai 2015 gefahren, als die Bahn gestreikt hatte, und habe mir ein Pensionszimmer genommen und bin erst am Folgetag zurück gefahren.

Nein, ich leide unter Öffis nicht, ich kann mich gut mit Musik hören oder Rausgucken ablenken.
schnuppi
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Re: ADHS und Autofahren

Beitrag von schnuppi » So 1. Dez 2019, 19:34

Autofahren klappt bei mir garnicht. Habe mit 19 (bin jetzt 31) den Führerschein gemacht auf Drängen meiner Eltern hin, was sehr schwierig war. Die Theorie habe ich problemlos gelernt aber das Umsetzen war ein riesen Problem. Es fiel mir schwer, beim Fahren die Situation zu überschauen und schnell darauf zu reagieren. In der Prüfung bin ich im ersten Versuch durchgefallen. Wollte danach eigentlich aufgeben, da für mich jede Fahrstunde die Hölle war. Aber meine Eltern drängten weiter: "Jeder normale Mensch muss Auto fahren können. Ohne Auto bist du nichts wert...." Also hab ich es nochmal versucht, aber in einer anderen Fahrschule. Die Mutter eines Freundes kannte einen Fahrlehrer, der mit geistig behinderten und ängstlichen Menschen arbeitet. Mit ihm hat es dann auch für mich funktioniert, da er sehr geduldig war und die ausgewählten Strecken zum einen ruhig und ländlich waren und zum anderen intensiv eingeübt wurden. In der Prüfung wurde dann auch fast genau die geübte Strecke gefahren und ich habe bestanden.
Danach habe ich ein paar Fahrten versucht, hatte aber so eine Angst, dass ich mich dann nicht mehr getraut habe. Es bringt nichts, wenn ich während der Fahrt anfange zu weinen und die Straße nicht mehr sehe. Oder dauernd was übersehe und permanent Angst habe, einen Unfall zu haben.
Das Thema ist schwierig für mich. Einerseits leide ich unter den Öffis, die ich täglich nutzen muss um zu Arbeit und Uni zu kommen, andererseits habe ich das Gefühl, niemals selbst fahren zu können. Ich sehe keine Lösung.
Overthesky
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ADHS und Autofahren

Beitrag von Overthesky » So 1. Dez 2019, 18:14

dazu einfach mal die Frage in die Runde: wie ist es bei euch mit dem Autofahren? Falls ja, welche Schwierigkeiten habt ihr? Was seid ihr für ein Typ Autofahrer? Wie steht und verhält ihr euch insgesamt zum Autofahren?
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